
Antibiotika sind in der ursprünglichen Bezeichnung natürlich gebildete Stoffwechselprodukte aus Pilzen und Bakterien. Diese hemmen schon in geringen Mengen das Wachstum von Mikroorganismen oder töten diese ab.
Mittlerweile werden auch Stoffe, die synthetisch oder gentechnisch hergestellt werden und eine antimikrobielle Wirkung aufweisen, als Antibiotika bezeichnet.
Antibiotika können
- bakteriostatisch (Bakterien werden an der Vermehrung gehindert)
- bakterizid (Bakterien werden zwar getötet, sind aber weiterhin vorhanden)
- bakteriolytisch (Bakterien werden getötet und deren Zellwand aufgelöst)
wirken.
Antibiotika sind bei Virusinfektionen wirkungslos!
Allen Antibiotika mehr oder weniger gemeinsam ist, dass sie bei oraler Gabe die Darmflora erheblich schädigen oder auch zerstören können.
Für die Behandlung von Meerschweinchen ist es dabei wichtig zu wissen, dass die Darmflora der Tiere besonders empfindlich auf Gabe von Antibiotika reagiert.
Das Darmmilieu besteht hauptsächlich aus grampositiven Bakterien und Anaerobiern (Bakterien, die ohne Sauerstoffzufuhr leben können). Die spezielle Darmflora ist in der Lage Zellulose aufzuspalten.
Bei Gabe von Antibiotika, die speziell gegen diese Bakterien wirken, kommt es zu einer Verschiebung der Zusammensetzung der Darmflora – es kommt zum Überwiegen der coliformen Keime. Diese wiederrum bilden giftige Stoffwechselprodukte, die die Darmwand schädigen oder sogar zerstören. Das kann im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen oder ein Leben lang wiederkehrende oft schwere Verdauungsprobleme hervorrufen!
Deshalb:
Die Gabe von Antiobiotika wie Clindamycin, Amoxycillin, Streptomycin, Penicillin etc. vermeiden.
Für Meerschweinchen eignen sich z.B. Sulfonamide, Chloramphenicol, und solche, deren Namen auf *floxacin enden (Enrofloxacin,Ciprofloxacin).
Eine Antibiotikabehandlung muss mindestens eine Woche lang erfolgen. Meist vertragen die Tiere diese recht gut. Zusätzliche Gaben von BirdBeneBac o.ä. sind vorsorgend nicht nötig. Besser ist die Fütterung von reichlich Heu. Treten doch Durchfälle auf, so darf ein Mittel gegen Durchfall wie z.B. Dystikum auf keinen Fall innnerhalb von 2 Stunden nach der Gabe des Antibiotikums gegeben werden.
Und wie immer: Es ist wichtig die Behandlung nur mit einem Tierarzt durchzuführen und abzusprechen!